Schockanruf mit vertrauter Stimme
Beim Schockanruf meldet sich angeblich ein Angehöriger oder die Polizei: Es habe einen schweren Unfall gegeben, jetzt sei sofort eine Kaution fällig, sonst drohe Gefängnis. Das Bundeskriminalamt zählt diese Masche seit Jahren zu den schadenträchtigsten, mit Schäden in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr.
Neu ist: Mit Computerprogrammen lassen sich Stimmen inzwischen täuschend echt nachahmen. Dafür reichen oft wenige Sekunden aus einem Video im Internet. Am Klang allein erkennt man eine gefälschte Stimme deshalb nicht mehr sicher.
(weinend) „Oma, ich bin's. Ich hatte einen Unfall, eine Frau ist verletzt. Die Polizei ist hier, ich darf nicht lange reden.“
(eine zweite Stimme) „Hier spricht Oberkommissar Brandt. Ihr Enkel kommt heute nur gegen eine Kaution frei. Ein Kollege holt das Geld bei Ihnen ab.“
- In Deutschland gibt es keine Kaution, die man an der Haustür oder per Überweisung an die Polizei bezahlt.
- Die Polizei holt nie Geld oder Wertsachen ab.
- Weinen, Zeitdruck und „nicht darüber reden“ sollen Sie vom Nachdenken abhalten.
Die Stimme klingt wirklich wie Ihr Enkel. Was ist jetzt der sicherste Schritt?
Vereinbaren Sie in der Familie ein Kennwort, zum Beispiel den Namen des ersten Haustiers. Wer in einer Notlage anruft, muss es nennen können. Eine nachgemachte Stimme kennt es nicht.
Auch eine vertraute Stimme kann gefälscht sein. Auflegen und selbst anrufen klärt es.